Das künstlerische Werk von Angelika Walter

Lady in Black, Acryl auf PVC, 2013, 200 cm x 115 cm

Schon zu ihrer Schulzeit entschloss sich Angelika Walter dazu, bildende Künstlerin zu werden. Sie studierte Malerei und Wahrnehmungspsychologie an der Kunstakademie Münster und Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit 1985 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Osnabrück.

Angelika Walter ist besonders durch ihre großformatigen Werke bekannt, die in ihrem „mobilen Atelier“ in Werkshallen der Schwerindustrie bei laufender Produktion entstehen und durch ihre Fassadengestaltungen in Deutschland und Portugal. Ihr bekanntestes Fassadenbild, der „Musikexpress“ unter einer Eisenbahnüberführung an der Feldstraße in Osnabrück ist mit ca. 200 Metern das längste Fassadenbild Europas. Bei der Arbeit an den Fassadenbildern wie auch in den Fabrikhallen gewann für Angelika Walter die Kommunikation mit den Betrachtern ihrer Werke eine immer größere Bedeutung. Der Blick der Techniker und Maschinisten auf ihre Arbeitswelt in den Produktionsbetrieben und die Bedeutung eines Ortes für Passanten dort, wo eine Fassadengestaltung entsteht, vermischen sich in den Gemälden mit der Sichtweise der Künstlerin.

In ihren Arbeiten thematisiert Angelika Walter das Spannungsfeld zwischen Natur und Technik. Die Werke stellen mit ihrer Mehrdeutigkeit Fragen an den Betrachter, überraschen ihn mit erst auf den zweiten Blick auftauchenden Details, die zu spannenden Entdeckungsreisen durch die Bildwelten der Künstlerin einladen. Maschinen entwickeln in den fantastisch-realistischen Gemälden der Künstlerin ein Eigenleben und wo man zunächst Technik pur zu sehen glaubt, eröffnet sich bei genauer Betrachtung ein Mikrokosmos mit Landschaften und Biotopen, bevölkert von dort unerwarteten Lebewesen. Dort, wo dagegen die Natur im Mittelpunkt zu stehen scheint, warten immer auch Spuren der Technik auf ihre Entdeckung und die Grenzen zwischen Natur und Technik verschwimmen.

Die farbintensiven Bilder vermitteln einen mit allen Sinnen erfahrbaren Eindruck, z. B. von der Atmosphäre in den Fabrikhallen, so dass man den Geruch von Maschinenöl,
die Hitze und die Geräuschkulisse wahrzunehmen glaubt. Akustische Elemente spielen auch bei den Fassadengestaltungen und den im Atelier entstehenden Werken eine prominente Rolle. Diese eröffnen dem Betrachter Klangwelten und Farbklänge zwischen Stahlwerk und Straßenmusik.

Seit 2012 entstehen neben den in Acryl auf Stahl und PVC gemalten Bildern und Objekten aus Stahl auch Digitalgrafiken. Die Künstlerin nutzt dabei besonders die Möglichkeit, Varianten ihrer Gemälde zu erarbeiten. So ergeben sich kleine Serien, von denen kein Werk eine reine Kopie des anderen ist, sondern jedes ein Original mit einer eigenen Aussagekraft darstellt.

Aus dem Katalog zur Ausstellung „Sphären“ im „Schafstall“, Bad Essen, 2019

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